Stadtschule Schlüchtern

Alltagshelden lernen Mut: Klasse 8h trainiert Zivilcourage an der Stadtschule Schlüchtern

Was tun, wenn jemand beleidigt, bedroht oder ausgegrenzt wird? Wegsehen – oder handeln?

Mit genau diesen Fragen setzte sich die Klasse 8h der Stadtschule Schlüchtern im Rahmen des Workshops „Alltagshelden – Theaterworkshop für Zivilcourage“ auseinander. Durchgeführt wurde der Projekttag vom Tuğçe Albayrak e.V., einem Verein, der sich bundesweit für Gewaltprävention, demokratische Haltung und gelebte Zivilcourage engagiert.

 

Zivilcourage ist lernbar

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, wie junge Menschen in Konflikt- und Gewaltsituationen verantwortungsvoll handeln können – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

 

Angeleitet von erfahrenen Theaterpädagog:innenarbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit interaktiven theaterpädagogischen Methoden. Sie schlüpften in unterschiedliche Rollen – Betroffene, Beobachtende, Unterstützende – und erprobten konkrete Handlungsstrategien für reale Alltagssituationen.

 

Dabei wurde deutlich:

Mut bedeutet nicht, unüberlegt einzugreifen.

Mut bedeutet, besonnen zu handeln.

 

Die Jugendlichen reflektierten eigene Grenzen, diskutierten Möglichkeiten der Deeskalation und entwickelten alternative Handlungsoptionen. Theorie wurde nicht abstrakt vermittelt, sondern emotional erfahrbar gemacht – durch Bewegung, Dialog, Perspektivwechsel und szenisches Arbeiten.

 

Hintergrund: Haltung weitertragen

Der Workshop geht zurück auf das Engagement des Vereins, der nach dem gewaltsamen Tod von TuğçeAlbayrak im Jahr 2014 gegründet wurde. Sie hatte Zivilcourage gezeigt, als sie zwei junge Mädchen vor Belästigung schützte.

 

Der Verein trägt ihre Werte weiter: Verantwortung übernehmen, nicht wegsehen, Haltung zeigen.

 

„Zivilcourage beginnt nicht mit Heldentum, sondern mit innerer Haltung und Handlungskompetenz“, betont Doğuş Albayrak, Vorsitzender des Vereins.

 

Nachhaltige Wirkung im Schulalltag

Besonders beeindruckend war die aktive Beteiligung der Klasse 8h. Die Jugendlichen diskutierten intensiv, hinterfragten eigene Verhaltensmuster und entwickelten konkrete Strategien für den Schulalltag.

 

Der Workshop versteht sich nicht als einmalige Aktion, sondern als Impuls für nachhaltige Präventionsarbeit. Ziel ist es, junge Menschen darin zu stärken, Diskriminierung, Mobbing und Gewalt frühzeitig zu erkennen und verantwortungsbewusst zu reagieren.

 

Ermöglicht durch lokales Engagement

Möglich wurde der Projekttag durch die großzügige Unterstützung von Hülya Akbulut, Inhaberin des Friseursalons Pfeifer. Ihr Engagement unterstreicht, wie wichtig zivilgesellschaftliche Verantwortung auf lokaler Ebene ist.